Ich bin ja von meiner Arbeit schon immer überzeugt gewesen. Auch meine Schwester, Freunde und Bekannte sagen immer, dass ich sehr gute Fotos mache und warum ich nicht endlich versucht damit auch etwas Geld zu verdienen. Ich hatte ehrlich gesagt immer etwas Angst. Samstagmorgen saß ich am Frühstückstisch und trank meinen Kaffee und holte mir die Zeitung aus dem Postkasten. Wie immer blätterte ich Seite für Seite durch. Über die Fotos, die ich darin fand, konnte ich mich manchmal nur noch wundern. Wie kann eine große Zeitung solch schlechte Fotos mit einbauen. Das war mir unverständlich.
Ich blätterte weiter und kam zum Anzeigenteil. Dort stand eine Anzeige von einer Firma bei mir im Ort. Ich kannte diese, da ich da schon öfters einmal etwas gekauft hatte. In der Anzeige selbst stand: „Suchen professionelle Fotografen für Werbefotos. Preis: VB“. Es reizte mich schon die Telefonnummer, die noch dabei stand anzurufen, aber ich hatte auch Angst. Ich rief meine Schwester an und bat sie um Hilfe. Sie sagte mir, dass ich mich nicht so anstellen soll und endlich dort anrufen soll. Nun gut, ich habe es gemacht. Ich rief an und bekam auch gleich eine Zusage für ein Gespräch.
Am Montag in aller Frühe ging ich zur Gemeinde und meldete ein kleines Nebengewerbe an. Denn ohne diese Anmeldung konnte ich diese Fotos nicht machen. Am Nachmittag hatte ich schon einen Termin mit der Firma. Ich hatte ein sehr komisches Gefühl im Bauch, aber jetzt gab es einfach kein Zurück mehr. Wir unterhielten uns sehr lange und ich hatte auch einige meiner Fotobücher mit dabei. Vor allem das Fotobuch mit den Fotos von Lumpi hat ihm sehr gut gefallen. Er wollte mich buchen für die erste Werbekampagne. Am Samstag danach war es soweit. Ich packte natürlich alles ein, was ich hatte. Mein Stativ, mein Objektiv und auch meine Sony Kamera. Ich machte mir nochmals Gedanken über die Belichtungszeit und über die Technik, wie ich diese Fotos machen sollte.
Ich war bei der Firma pünktlich angekommen und packte meine Sachen aus. Sie stellten mir die Models vor, die auf die Fotos mussten. Dazu auch noch die Ware und der Slogan. Die Fotos sollten sich nach und nach entwickeln, so dass eine schöne Fotostrecke daraus wird, die man sehr gut vermarkten kann. Die Fotoentwicklung brachte mich etwas aus dem Konzept, da ich es mir anders vorgestellt hatte. Da meine Kamera aber auch zum Schwenken geeignet ist, habe ich auch dieses Mittel eingesetzt, um die Fotos noch besser werden zu lassen. Die Damen waren klasse, aber es war nicht einfach, alles unter einen Hut zu bekommen. Werbefotos müssen ganz anders aussehen, als meine Fotos in den Fotobüchern. Ich musste schon sehr schwitzen, aber am Abend waren alle Fotos im Kasten und die Firma war sehr zufrieden mit meiner Leistung. Das war der Anfang meiner gewerblichen Tätigkeit.
