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Xanthippe im Fotobuch

Januar 11th, 2010 · No Comments

Die Beziehung zwischen meiner Schwester und mir ist eine sehr besondere. Würden Außenstehende sehen, wie wir manchmal miteinander umgehen, wäre das wohl ein Grund, sich über uns Sorgen zu machen. Dabei lieben wir uns heiß und innig und verstehen uns blind und ohne Worte. Wir ziehen uns gegenseitig gerne auf und das ist auch gut so. Niemand ist dem anderen böse, auch wenn es manchmal fast grob klingt, was wir uns an den Kopf schmeißen. Wie ich schon sagte, wollte ich den fehlenden Buchstaben X in meiner Fotobuch Sammlung ergänzen. Meine Schwester sollte das Motiv sein.

Einige Bilder hatte ich schon gesammelt. Ich wollte kein schönes Fotobuch mit gestellten Aufnahmen machen, sondern eher die peinlichen, aufgeregten, ärgerlichen Momente festhalten. Da meine Schwester wusste, dass ich das Fotobuch niemals ohne ihr Einverständnis aus der Hand geben würde, um es herzuzeigen, willigte sie ein, dass wir die ungestellten und ungekünstelten Aufnahmen machen konnten. Schnell vergaß sie, dass sie von mir und meinem Objektiv die ganze Zeit beobachtet wurde und verhielt sich, wie immer. Man möchte nicht meinen, was die Mimik in Nahaufnahme alles für Spielarten zeigen konnte. Es war immer das gleiche Gesicht doch es sah wirklich bei jeder Aufnahme anders aus.

Als das Fotobuch fertig war, zeigte ich es meiner Schwester. Der Titel Xanthippe war nicht wirklich angebracht, da sie sich auch auf einigen Seiten sehr liebevoll, fast schon verträumt im Umgang mit ihren Kindern und mit meinem Schwager zeigte. Nur, wenn sie mich direkt anblickte, war da immer dieser gewisse Schalk, dieses Blitzen in ihren Augen, das mir zeigte, dass sich zwischen uns beiden niemals etwas ändern würde.