Ja, ich bin fertig mit dem Sortieren meiner eigenen Fotobuch Sammlung. Bisher war das alles mehr oder weniger konsequent nach Themen geordnet, was bei der Fülle aber nicht so ganz perfekt gelang. Nun stehen die Bücher nach dem Alphabet geordnet im Regal und ich finde innerhalb von Sekunden, was ich suche. Jeder Buchstabe ist vergeben, außer das X, aber da fällt mir auch noch etwas ein. Und wenn es nur ein weiteres Fotobuch über meine Schwester ist, mit dem Titel Xanthippe. Ich muss mir das notieren, denn dass hier ein Buchstabe ganz ausgelassen wird, das geht nicht.
Es beginnt alles mit dem A. Hier finden sich Fotobücher aus Urlaubsorten, zum Beispiel von meinem Studientrip nach Australien. Unter B fand ich ein besonderes Werk, nämlich mein eigenes Babybuch, das ich aus Bildern erstellte, die schon lange in den Fotoalben meiner Eltern und anderen Verwandten verstaubten. Der Buchstabe C gab nur ein Buch her, das auch nicht besonders toll war: „Christmas 2005“. Kategorie D war wieder ein Mix aus den verschiedensten Themen, ebenso wie E und F. Nach nur sechs Buchstaben waren schon über 20 Fotobücher im Regal.
Bei G gelandet machte ich wieder eine Entdeckung. Wieder tauchte ein Fotobuch auf, das ich längst vergessen hatte. Gothic-Queen nannte es sich und war nichts anderes, als die Aneinanderreihung von Faschingsbildern aus einem Jahr, in dem meine Schwester sich als Goth verkleidet hatte. Wir hatten hier eine tolle Fotostrecke mit einigen Accessoires angelegt, obwohl es mein Studio damals noch gar nicht gab. Unter H, I und J war nichts besonders Aufregendes dabei, eben die üblichen Themenbücher, wie „Hochzeitstag“ über meine Eltern, „I-Dötzchen“ über meine Nichte am ersten Schultag und „Jahreswechsel in Sankt Moritz“ über mich selbst.
Der Buchstabe K war wieder mit einem besonderen Fotobuch verbunden. „Katastrophe“ war der Titel und darin zu sehen die Umbauarbeiten in meiner Wohnung. Nachdem ich auch die Fotobücher mit den Anfangsbuchstaben L, M, N, O und P sortiert hatte, war ich bei über 100 Bildbänden aus meinem Leben, aus dem meiner Verwandten und aus Spleens, die ich unbedingt in einem Fotobuch festgehalten wissen wollte.
Ja, auch beim Buchstaben Q gab es Titel. Der eine ist „Quelle des Lichts“, der andere „Qual der Wahl“. Im ersten der beiden Bücher befindet sich eine Sammlung von Fotos, die ich unter sehr besonderen Lichtverhältnissen, teils mit Scheinwerfern, teils mit natürlichem Licht aufgenommen hatte. Unter Qual der Wahl verstand ich damals die Bilder, die ich zu wertvoll für eine Löschung hielt, aber sonst nirgends verwenden konnte. Hier wird es bald Band zwei und drei geben.
Die Buchstaben von R bis Z waren weitere Themen, die mir sehr wichtig waren. Ich stellte fest, dass keines der Bücher für jemanden, der nichts mit unserer Familie oder mit der Liebe zur Fotografie am Hut hat, auch mit meiner Fotobuch Sammlung nicht viel anfangen konnte. Ich selbst hingegen verbrachte nicht nur beim Sortieren, sondern auch sonst immer wieder Stunden mit dem Blättern in den Büchern und dem Nachdenken darüber, was man hätte anders machen können oder welches Motiv noch fehlt.
Insgesamt hatte ich mir eine Sammlung von mehr als 150 Fotobüchern angelegt. Jedes davon war sein Geld wert. Und so, wie ich mich kenne, werden es auch jedes Jahr immer wieder einige mehr. Die Xanthippe wird das nächste. Ich hab da auch schon einige Ideen.
