Manchmal, wenn ich sonst keine Idee habe, überlege ich mir, wie ich einmal wieder ein Stillleben zusammenstellen könnte, um ein weiteres Digitalbild meiner Sammlung hinzufügen zu können. Nicht alle dieser digitalen Fotos werden dann der Öffentlichkeit zugänglich gemacht; manche finde ich dann hinterher doch nicht so gelungen und sie verschwinden in den Katakomben meiner CD-Sammlung. Ich pokere ab und an ganz gerne. Also dachte ich mir, warum nicht einmal ein Poker-Stillleben? Gesagt, getan.
Einen Pokerkoffer habe ich mir in der Stadt schon vor langer Zeit besorgt. Nun überlegte ich, was ich auf diesem Digitalfoto alles sehen wollte. Karten, das verstand sich von selbst. Auch der Dealer Button aus meinem Koffer und einige Jetons mussten drauf. Das nächste war eine Sonnenbrille, und natürlich mein Card-Guard. Ich probierte einige Zeit herum, machte auch ein paar Probeaufnahmen, aber es wollte und wollte mir nicht gefallen.
Ich suchte den Royal Flush in Herz heraus, den ich in den Vordergrund des Bildes legte. Dahinter die Karten, einige aufgedeckt, die anderen umgedreht, wie aus einem schlampigen Stapel herausrutschend. Der Card-Guard landete gleich neben dem höchsten Pokerblatt. Danach stapelte ich einige verschieden hohe Türme von Jetons aufeinander. Wieder machte ich einige Probeaufnahmen. Die Stapel lockerte ich noch etwas auf, die waren viel zu ordentlich. Einzelne Jetons verteilte ich noch um das Arrangement, dann war ich zufrieden. Mit einigen Lampen hatte ich ein ganz besonderes Licht geschaffen und eine Zigarette, beziehungsweise deren Rauch, gab noch weitere Effekte. Wie im Fluge waren zwei Stunden vergangen, aber es hatte sich gelohnt. Es blieb tatsächlich ein Digitalfoto über, das ich beim Foto Service entwickeln ließ und an die Wand hängte.
