Ein Ausflug mit meiner Nichte, in den nahe gelegenen Zoo, ist natürlich immer ein Erlebnis. Das Mädel ist keck und aufgeweckt, und von allen Tieren immer sofort begeistert. Sie hat einfach die allen Kindern eigene Lebensfreude in großem Maße im Gesicht stehen. Ein besonderes Ereignis war das kleine Elefantenkalb, das gerade den Besuchern das erste Mal gezeigt wurde. Die Voraussetzungen, ein paar tolle Bilder aufnehmen zu können, waren nicht schlecht.
Bis zum Elefantenhaus war es ein Stückchen Weg. Es ging vorbei an den Flamingos, am Affenhaus und am Tropenhaus. Natürlich war Lissy, meine Nichte, kaum weiter zu bewegen. Vor allem bei den Affen wollte sie am liebsten übernachten. Ich musste etliche Fotos machen, denn auch die Affen hatten süßen Nachwuchs, der auch ganz putzig anzusehen war. Ein Elefantenbaby hatte ich aber noch nicht in meiner Fotosammlung, weder im Fotobuch, noch in digitaler Form. Affen gab es schon zu Hauf. Wir aßen noch ein Eis, dann machten wir uns endlich auf zum Elefantengehege.
Meine Enttäuschung darüber, dass die Elefantendame samt Baby es wohl vorzog, im Haus zu bleiben, war groß. Hier wollte nun ich einige Zeit warten. Es stand groß in der Zeitung, dass das kleine Rüsseltier ganz neu zu sehen war. Dementsprechend waren die Menschenmassen vor dem Gehege sehr groß und Kameras vom kleinsten Pocketmodell bis zur neuesten Profikamera abschussbereit vorhanden. Ich ärgerte mich, dass mein Wunsch von dem Foto heute wohl nicht zu realisieren war. Ich beschloss, den Tag mit meiner Nichte zu genießen, und am nächsten Tag noch einmal hierhin zu kommen. Wir bummelten also vergnügt weiter durch den Zoo. Als wir auf dem Rückweg zum Haupteingang waren, waren die Elefanten dann komplett draußen. Endlich sollte ich die Digitalfotos doch noch bekommen. Ich öffnete meine Fototasche, nahm meine Kamera heraus und stellte fest, dass der Akku leer war und mein Reserveakku im Koffer zu Hause geblieben war. Was ein Pech. Aber ich bekam das Elefantenbaby am nächsten Tag vor die Linse und schoss einige sehr tolle Fotos aus den verschiedensten Perspektiven.
Am Abend, als ich meine Nichte nach Hause brachte, wurde ich für den Moment mit einer riesigen Portion Spaghetti belohnt; außerdem überzeugten mich die strahlenden Augen meiner Nichte davon, dass es auch ohne Elefantenbaby ein gelungener Ausflug war.
